A
Abgeltungssteuer (Deutschland)
Die Abgeltungssteuer beträgt in Deutschland 25% auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die Steuer, was einem Gesamtsteuersatz von 26,375% entspricht. Durch den Sparerpauschbetrag können Singles bis 1.000 € und Verheiratete bis 2.000 € steuerfrei verdienen.
Aktiendepot
Ein Aktiendepot (auch Wertpapierdepot genannt) ist ein Konto bei einer Bank oder einem Broker, auf dem Wertpapiere wie Aktien, Fonds und Anleihen verwahrt werden. Für die Verwahrung und Abwicklung von Orders fallen Depotgebühren an.
B
Bonität
Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens. Sie wird durch Kreditbüros wie die Schufa in Deutschland bewertet. Bei Banken bezieht sich die Bonität auf die finanzielle Stabilität und damit die Fähigkeit, Einlagen zurückzuzahlen.
Bundesschatzbrief (Deutschland)
Bundesschatzbriefe sind staatliche Anleihen der Bundesrepublik Deutschland mit festen Laufzeiten. Sie gelten als besonders sicher, da sie vom Staat garantiert werden. Die Zinsen werden jährlich ausgezahlt.
D
Depotgebühren
Depotgebühren sind Kosten für die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren auf einem Depot. Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose Depots an und verdienen nur an den Ordergebühren.
Direktbank
Direktbanken sind Banken ohne Filialnetz, die ihre Dienstleistungen online oder telefonisch anbieten. Durch geringere Kosten können sie oft höhere Zinsen bei Tagesgeld und Festgeld bieten als Filialbanken.
E
Effektivzins
Der Effektivzins (oder effektiver Jahreszins) gibt die tatsächlichen Kosten eines Kredits pro Jahr an. Er enthält neben dem Nominalzins auch alle Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühren. Beim Kreditvergleich ist der Effektivzins aussagekräftiger als der Nominalzins.
Einlagensicherung
Die Einlagensicherung schützt Bankkunden vor Verlusten, falls eine Bank insolvent wird. In der EU gilt ein gesetzlicher Schutz bis 100.000 € pro Person und Bank. In Deutschland gibt es zusätzlich freiwillige Sicherungssysteme wie den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken.
esisuisse (Schweiz)
esisuisse ist der Einlagensicherungsverband der Schweizer Banken. Er sichert Einlagen bis 100.000 CHF pro Kunde und Bank ab. Im Gegensatz zur EU ist dieser Schutz in der Schweiz freiwillig, wird aber von praktisch allen Banken angeboten.
F
Festgeld
Festgeld ist eine Geldanlageform mit fester Laufzeit und festem Zinssatz. Das angelegte Kapital wird für einen vereinbarten Zeitraum (3 Monate bis 10 Jahre) gebunden. Dafür erhält der Anleger meist höhere Zinsen als beim Tagesgeld. Mehr zu Festgeld →
Freistellungsauftrag
Ein Freistellungsauftrag ermöglicht es Bankkunden, Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags (1.000 € für Singles, 2.000 € für Verheiratete) steuerfrei zu erhalten. Der Auftrag wird bei der Bank erteilt.
G
Geldanlage
Geldanlage bezeichnet das Anlegen von Kapital mit dem Ziel, Erträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) zu erzielen. Formen der Geldanlage sind unter anderem Tagesgeld, Festgeld, Aktien, Fonds und Immobilien.
K
KESt (Kapitalertragssteuer) - Österreich
Die KESt (Kapitalertragssteuer) ist die österreichische Form der Abgeltungsteuer. Sie beträgt 27,5% auf Kapitalerträge. Es gibt einen Sparerpauschbetrag von 1.000 € für Privatanleger.
Kredit
Ein Kredit ist die zeitlich begrenzte Überlassung von Geld oder Gütern gegen Zinsen. Kreditarten sind unter anderem Ratenkredite, Immobilienkredite (Baufinanzierung) und Dispokredite. Mehr zu Krediten →
L
Laufzeit
Die Laufzeit ist der Zeitraum, für den eine Geldanlage oder ein Kredit vereinbart wird. Beim Festgeld beträgt sie typischerweise 3 Monate bis 10 Jahre. Während der Laufzeit kann meist nicht über das Geld verfügt werden.
Leitzins
Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank (EZB in der EU, SNB in der Schweiz, Fed in den USA) Geld leihen können. Er beeinflusst maßgeblich die Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Kredite.
N
Nominalzins
Der Nominalzins (oder Sollzins bei Krediten) ist der vereinbarte Zinssatz ohne Berücksichtigung von Zinseszinsen oder Nebenkosten. Er ist weniger aussagekräftig als der Effektivzins.
S
Sparerpauschbetrag
Der Sparerpauschbetrag ist die Höchstgrenze für steuerfreie Kapitalerträge. In Deutschland beträgt er 1.000 € pro Jahr für Singles und 2.000 € für Verheiratete. In Österreich sind es 1.000 €. Über diesen Betrag hinausgehende Erträge sind steuerpflichtig.
Schufa (Deutschland)
Die Schufa Holding AG ist die bekannteste Auskunftei in Deutschland. Sie speichert Bonitätsinformationen über Verbraucher und berechnet einen sogenannten "Basisscore", der die Kreditwürdigkeit anzeigt.
T
Tagesgeld
Tagesgeld ist eine Geldanlageform, bei der das Geld täglich verfügbar ist. Der Zinssatz ist variabel und kann sich jederzeit ändern. Tagesgeld eignet sich für Notgroschen und kurzfristige Rücklagen. Mehr zu Tagesgeld →
Tilgung
Die Tilgung ist die Rückzahlung des aufgenommenen Kreditbetrags. Bei einem Annuitätendarlehen bleibt die monatliche Rate gleich, aber der Tilgungsanteil nimmt im Laufe der Zeit zu, während der Zinsanteil sinkt.
V
Verrechnungssteuer (Schweiz)
Die Verrechnungssteuer ist die schweizerische Form der Kapitalertragssteuer. Sie beträgt 35% und wird direkt an der Quelle abgezogen. Anleger können die Steuer über ihre Steuererklärung teilweise oder vollständig zurückfordern.
W
Wertpapierdepot
Ein Wertpapierdepot ist ein Verwahrkonto für Wertpapiere wie Aktien, Fonds und Anleihen. Es wird bei einer Bank oder einem Broker geführt. Für die Verwahrung können Depotgebühren anfallen.
Z
Zinsen
Zinsen sind die Vergütung für die zeitlich begrenzte Überlassung von Kapital. Beim Sparen oder Festgeld erhält der Anleger Zinsen, bei Krediten zahlt er Zinsen. Die Höhe der Zinsen wird durch den Leitzins und den Markt beeinflusst.
Zinstreppe (Festgeld-Leiter)
Eine Zinstreppe ist eine Anlagestrategie, bei der das Kapital auf mehrere Festgeld-Konten mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgeteilt wird. So hat der Anleger regelmäßig Liquidität und kann bei steigenden Zinsen umschichten.
Zinseszins
Zinseszins bezeichnet den Effekt, bei dem erwirtschaftete Zinsen wieder angelegt werden und selbst Zinsen erwirtschaften. Je länger der Anlagezeitraum, desto stärker wirkt sich der Zinseszins positiv auf das Endkapital aus.
Hinweis
Dieses Finanzlexikon dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Die Erklärungen sind vereinfacht und können in spezifischen Fällen von der tatsächlichen rechtlichen oder steuerlichen Situation abweichen. Bei konkreten Fragen konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Finanzberater, Steuerberater oder Rechtsanwalt.